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Fischlexikon: Plattschmerlen (Balitoridae)

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Barbatula barbatula
Barbatula barbatula
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Klasse:
Strahlenflosser (Actinopterygii)
Teilklasse:
Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung:
Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie:
Plattschmerlen (Balitoridae)
Gattung:
Barbatula

Bachschmerle (Barbatula barbatula, Syn. Noemacheilus barbatulus)

Die Bachschmerle wird auch Schmerle, Steingrundel oder Bartgrundel genannt und ist ein nachtaktiver, standorttreuer Bodenfisch. Der Name Schmerle stammt aus dem Mittelhochdeutschen, "schmerl" bedeutet fettig. Da sie sehr empfindlich auf Wasserverschmutzung und Sauerstoffarmut reagiert, ist ihr Vorkommen ein deutliches Anzeichen für gute Wasserqualität.

Verbreitung/Vorkommen:

Verbreitet in die Bachschmerle in fast ganz Europa vom Ural bis Irland und Ostspanien, außer in Nordskandinavien, Mittel- und Süditalien und auf dem südlichen Balkan. Sie bewohnt klare und flache Fließgewässer der Forellen- und Äschenregion, selten ist sie auch in den Uferregionen von Seen mit steinigem oder kiesigem Bode zu finden. Tagsüber versteckt der Fisch sich am Gewässergrund zwischen groben Steinen und Wurzeln.

Merkmale:

Die Bachschmerle wird 8 bis 12 cm, maximal 15 cm lang und erreicht ein Gewicht von 80-150 g, in Ausnahmefällen bis 200 g. Männchen sind kleiner und schlanker als Weibchen.

Der Süßwasserbewohner besitzt einen gestrecktem, walzenförmigem Körper mit kleinen, auf dem Kopf fehlenden Schuppen und einer dicken Schleimhaut. Unterschiedliche Farbvarianten sind möglich, von schwarz bis graubraun oder grünlich marmoriert. Am unterständigen Maul besitzt die Bachschmerle 6 Barteln. Die Flossen sind relativ klein und gerundet. Männchen haben deutlich längere Brust- und Bauchflossen als Weibchen. Die Innenseiten der Brustflossen sind bei Männchen mit in Längszeilen angeordneten Horntuberkeln besetzt.

Schmerlen besitzen eine akzessorische Darmatmung, nehmen an der Wasseroberfläche Luft in den Darm auf, die über die Darmschleimhaut Sauerstoff abgibt. Dies unterstützt die Kiemenatmung so gut, dass Bachschmerlen auch in sauerstoffarmen Gewässern vorkommen. Sie werden manchmal mit dem Schlammpeitzger verwechselt.

Fortpflanzung:

Die Laichzeit erstreckt sich von März bis Juni, die ca. 1 mm großen Eier werden frei ins Wasser abgegeben. An beiden Geschlechtern erscheint in der Laichzeit an Rumpf und Flossen ein Laichausschlag. Die Geschlechtsreife tritt nach 1-2 Jahren ein.

Nahrung:

Der Fisch durchwühlt den Grund und ernährt sich von Wasserinsekten, Insektenlarven, Kleinkrebsen, Schnecken, Fischlaich und selten auch von pflanzlicher Nahrung. Tagsüber verbirgt sie sich unter Steinen und sucht Nachts hre Nahrung.

Verwendung:

Wegen des hohen Nährwerts ist die Bachschmerle als Speisefisch bekannt. Sie kann in Aquarien gepflegt werden, die ein Mindestvolumen von 150 Litern aufweisen.

Die Schmerle ist aufgrund ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Verschmutzungen einer der ersten Fische, die nach einer Verbesserung der Wasserqualität wieder das Gewässer besiedeln. Dabei kann ihre Population um 1,5 km pro Jahr vorrücken.

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